
Das Leben des Heinrich Kinzler in 70 Jahren
1954: Die Kindheit
Heinrich , Werner Kinzler, geb. am 1. Dezember 1954 in Trankwitz, Ostpreußen.
Eltern: Vater, Alfred Kinzler geb. 1922 in Ostpreußen, Mutter, Hildegard Standers, geb. 1929 in Ostpreußen. Ich habe vier Geschwister, zwei Schwestern geb. 1949 und 1961 und zwei Brüder geb. 1959 und 1963.
Meine Eltern waren Deutsche die nach 1945 mit ihren Eltern in Ostpreußen geblieben sind und das Land unter polnischer Verwaltung stand.
Mein Geburtsort war ein kleines Landhaus Trankwitz am Ende des Dorfes. Später wohnten wir in Dorfmitte von Buchwalde in einem alten Amtsgebäude.
Das Leben in dem Land meiner Vorfahren war nach 1945 geprägt von den Menschen die dort neu siedelten. Deutsche wie meine Eltern und wir mussten sich der Verwaltung der polnischen Behörden und deren Vorgaben unterordnen. Die Sprache und bürgerliche Zugehörigkeit war polnisch. Mein Geburtsname war, Henryk Werner, Kinzler.
Mein Bildungsweg: Am 1. September 1961 bin ich in die Volksschule in Buchwalde eingeschult worden. Ab Jahrgang 1953 galt in Polen den Abschluss der achten Klasse zu erlangen. Im Juni 1969 habe ich die achte Klasse erfolgreich abgeschlossen. Aufnahmetest im Mai 1969 im Technikum der Bauberufe in Elbing erfolgreich bestanden.
1969: Meine Jugend
Vorbereitung auf die berufliche Zukunft: Im Technikum in Elbing habe ich von 1969/70 die Grundkenntnisse des technischen Zeichnen und die Baukonstruktion erlernt. Berufsausbildung zum Maurer in Marienburg von 1970/71 mit Abschluss des ersten Ausbildungsjahres.
Auf dem Lande zu Leben und wie man sich selbst versorgen kann war lebensnotwendig. Dazu gehörte: Viehwirtschaft, Felderbestellung und Vorräte für Mensch und Vieh anzulegen. Den Respekt von älteren Menschen, Nachbarn zu haben. Vor allem mit den neuen Nachbarn die aus Ostpolen die 1945 zwangsumgesiedelt wurden, haben wir gelernt zu leben und sogar Freundschaften zu schließen. Den richtigen Umgang mit der Natur zu lernen, keinen unnötigen Mühl zu produzieren, die Sauberkeit, Ordnung zu halten.
Meine Kindheit und Jugend endet in dem Land meiner Vorfahren am 3.Oktober 1971. Die Übersiedelung in die BRD in den Westen steht an. Am 4. Oktober 1971 kommen meine Eltern und wir in Friedland, dem Durchgangslager für Aus- und Übersiedler an.
Das neue Leben im Westen beginnt.
1971: Der berufliche Werdegang
Die Vorbildung:
Nach Ankunft in Deutschland haben wir die
Ausweispapiere beantragt und sofort ein vorläufigen Übersiedler Ausweis
bekommen. Meine Vorbildung und Abschluss des ersten Ausbildungsjahres wurde mir anerkannt. Jetzt war es wichtig zuerst die Deutsche Sprache in Wort und Schrift zu erlernen. Unser Ziel war das Lebach in Saarland ein zwischenzeitlich begrenzter Wohnort.Am 2. November 1971 kam ich nach Ludwigshafen am Rhein in eine Förderschule um die deutsche Sprache zu erlernen. Meine Eltern und die Geschwister übersiedelten Ostern 1972 nach Marl in Westfalen zu der sogenannten Familienzusammenführung mit der Cousine meines Vaters Alfred die eine geborene Kinzler war. Das war der erste Wohnsitz in der Stadt Marl, Kreis Recklinghausen wo wir bis heute noch wohnen. Am 23 Juni 1972 bin ich aus Ludwigshafen mit einem Abschluss der neunten Klasse und das erlangen der Deutschen Sprache nach Marl gekommen.
Die Ausbildung:
Nach einem Vorstellungsgespräch am 27 Juni 1972 bei
der Baufirma Burkhard Kunkel in Marl, habe ich einen Ausbildungsvertrag
als Maurer, für die restlichen zwei Jahre bekommen. Das erste Ausbildungsjahr aus Polen wurde mir auch von der Handwerkskammer Münster
anerkannt. Die Ausbildung begann am 1. August 1972 und endetet der bestandenen Gesellenprüfung als Maurer am 30. Juni 1974. Fast gleichzeitig habe ich den Führerschein der Kasse B, mit Anhänger und bis 7.5 to. Gesamtgewicht gemacht.
Die Berufserfahrung:
Von 1. Juli 1974 arbeitete ich bei der Firma
Burkhard Kunkel als Maurer bis zum 31 Dezember 1974 und lernte die Vorzüge und die Schnelligkeit ein guter Mauer zu werden. Wie es auch vielen andern Junggesellen ergangen ist habe ich ein Einberufungsbescheid zur Bundeswehr erhalten und musste mich am 2. Januar 1975 in der Ausbildungskompanie der Panzergattung in Munster von Niedersachsen melden. Nach sechs Wochen der militärischen Grundausbildung in Munster kam ich nach Lüneburg zu den Panzeraufklärungsbatalion 3 in die Fahrschule. Nach sechs Wochen hatte ich den Führerschein der Klasse B, C ( LKW ohne Anh.) und F ( Panzer bis 29 to.). Meine Aufgabe war führen eines Speer Panzers bei Aufklärungsübungen. Nur durch Zufall machte ich auch den Führerschein dar Klasse A ( Kradmelder auf Geländemotorrad). Am 31 März 1976 endete meine Bundeswehrzeit mit dem Abschluss als Hauptgefreiter der Reserve.
1976: Das Erwachsenenleben
Der Berufsweg:
Die weitere berufliche Laufbahn habe ich bei der Firma Burkhard Kunkel in Marl fortgesetzt. Neue Aufgaben konnte ich in den nächsten Monaten wahrnehmen und die Berufserfahrung hat mir für die Zukunft geholfen. Das erlangen der Führerscheine bei der Bundeswehr, der C +F hat das Amt der Führerscheinstelle ein Führerschein der Klasse 2 ( heute C u. CE) ausgestellt. Somit konnte ich mit Klasse A Motorrad ,B PKW ,F Kettenfahrzeuge alles fahren außer Autobusse und Kleinbusse mit mehr als 8 Passagieren fahren.
Die Weiterbildung:
Eine wichtige Entscheidung war für mich, sich
beruflich weiter zu entwickeln. Zuerst habe ich mich zur Weiterbildung an einer Handwerksinstitution der Kreishandwerkerschaft Recklinghausen angemeldet. Das war der Besuch der Meisterschule für Maurer und Stahlbetonbauer, aber als Abendschule. Bis zum völligen Abschluss der vier Teilbereiche, können paar Jahre vergehen, aber das Geld zum Leben musste ich auch noch weiter verdienen. Eine neue Herausforderung war auch den Arbeitgeber zu wechseln, auch wenn der Chef ein sehr guter war und eine neue Stelle anzunehmen um neue Wege und Praktiken kennen zu lernen. In den Jahren 1981 bis 1987 habe ich mehrere Stellen als Maurer, Maurervorarbeiter und Maurerpolier gehabt und habe unglaublich viel gelernt. Im April 1987 erlangte ich die Meisterwürde im Mauer- und
Stahbetonbauerhanwerk an der Handwerkskammer Münster. Es war ein sehr Steiniger Weg, da auch die Familienplanung im vollen Gange war und das alles unter einem Aufwand, der erst später sich als richtig
herausgestellt hat.
Die Familienplanung:
Es gab einige Freundschaften auch manche die länger andauerten aber nicht wirklich die das Leben prägen würden. Im Februar 1977 lernte ich ein Mädchen aus Coesfeld kennen. Nach circa zwei Jahren im April 1979 haben wir geheiratet. Im September 1979 haben wir einen gesunden Sohn bekommen und mein Großvater würde sagen, „Der Name Kinzler lebt weiter“. Was kann eine Mutter und Vater glücklicher machten als gesunde Kinder zu haben. In den Folgejahren haben wir im April 1982 einen weiteren Sohn und als letzten im Juni 1985 noch einen Sohn bekommen.
1988: Geschäftsidee und Firmengründung und Selbstständigkeit
Was war der Auslöser für Firmengründung: Nach der nicht so guten
Start in die Selbständigkeit mit einem Partnern habe ich aus einer
Notsituation 1988 eine Heinrich Kinzler Bauunternehmung in Marl gegründet. Mit nur einem Mitarbeiter und dem kleinen Büro im Keller
unseren Hauses habe ich versucht das Unternehmen auf dem Markt bekannt
zu machen. Die ersten Rechnungen hatte meine Ehefrau, die im Betrieb mitgearbeitet hat, noch mit der Schreibmaschine geschrieben. Die Aufträge nahmen zu und weitere Mitarbeiter habe ich eingestellt.
Das Unternehmen sollte sich
erweitern und außer der Rohbauarbeiten habe ich eine weitere Entwicklung
das Schlüsselfertige Bauen gegründet. Der Weg für die Entwicklung der
Hausplanung bis zur Schlüsselfertigung war geboren.
Meine Firmen habe ich 36 Jahre erfolgreich geführt. Seit 2024 bin ich im Ruhestand.
2000: Ehrenämter
Wenn Handwerker sich selbstständig machen werden sie in einer Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragenen. Eine Mitgliedschaft bei einer Innung im Kreis zu beantragen ist freiwillig. Ich bin sofort 1988 nach der Gründung des Unternehmens bei der Baugewerbeinnung Recklinghausen eingetreten und deren Mitglied geworden. Unter der Dachorganisation der Kreishandwerkerschaft Recklinghausen sind viele Innungen der verschiedenen Berufe eigetragen.
Baugewerbeinnung Recklinghausen:
Bei der Baugewerbeinnung Recklinghausen habe ich verschiedene Ehrenämter
bekleidet:
Prüfungsausschuss der Maurer von 2000 bis 2006, Vorstandsmitglied von 2006 bis 2023, Stellvertreter Obermeister von
2006 bis 2009, Obermeister von 2009 bis 2011.
Kreishanwerkerschaft:
Im Dezember 2011 wählte die Deligiertenversammlung der Kreishanwerkerschaft mich zum Kreishandwerksmeister. Dieses Amt habe ich fast 10 Jahre ausgeführt. Abgelöst bin ich von Arnd Neubauer, dessen ich noch bis 2023 Stellvertreter war.
Handwerkskammer Münster:
Das Ehrenamt bei der Handwerkskammer Münster war:
Mitglied zur Vollversammlung von 2011 bis 2023 und als Vorstandsmitglied von 2014
bis 2023.
Doppelehrung:
Im April 2024 hat die Kreishandwerkerschaft Recklinghausen in einer Feierstunde mich von den Ehrenämtern verabschiedet und zum Ehrenkreishandwerksmeister ernannt. Die Hanwerskammer Münster hat mich mit einem Ehrenzeichen in Gold gewürdigt und sich für einen ehrenamtlichen Einsatz im Gesamthanwerk im Kammerbezirk bedankt.
2020: Die Ahnenforschung und die Familiengeschichte
Die Familienabstammung und Herkunft hat bereits bei mir schon 2005 begonnen. Bei einem Versuch ein Stammbaum meiner Vorfahren zu erstellen hat mit den Eintragungen im Buch meiner Mutter und meiner Daten begonnen. Nach mehrmaligen Besuch meiner alten Heimat habe ich noch vor 2018 über den Beitritt zu einem Ahnenportal angefangen Dokumente von Kirchentaufbescheinigungen und von Standesämtern nach 1876 zu sammeln. Ab 2019 habe ich nach vielen Recherchen in den Geschichtsbüchern und im Internet, Hinweise und Neubesiedlung von Ostpreußen durch den zweiten König Friedrich, Wilhelm I.des Preußenlandes gefunden. Und so habe ich handschriftlich die Geschichte meiner Vorfahren von 1731/32 bis 1953, Buch 1. und ab 1954 bis 1971 Buch 2. zu schreiben.
Wir sind im Oktober 2018 Großeltern von einer Enkeltochter geworden. Der Name Kinzler lebt weiter und das schon in 13 Generation nach Johannes Kinzler der 1707 in Winterbach in Württemberg geboren wurde. Seine Taufeintragung liegt mir vor. Das erste Buch, Band 1 mit dem Titel „ Der Weg meiner Vorfahren nach Ostpreußen“ ist Juni 2025 erschienen.
Heinrich Kinzler
Der Weg meiner Vorfahren nach Ostpreußen
172 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-9827196-0-3
Ladenverkaufspreis: 22,00 €
Bestellbar bei:
RDN Verlag Recklinghausen
02361-490491-10
b.ridderskamp@rdn-online.de
oder bei: heinrich@kinzler.eu